Abschied aus dem Kirchenvorstand

Jeder, der die Melanchthonkirche betritt, erfreut sich an der Helligkeit und Wärme, die das Gebäude ausstrahlt.

Der Mann, der den größten Teil des Lobes für den gelungenen Umbau der Kirche für sich beanspruchen kann, ist Henrik Boldt, Kirchenvorsteher und Architekt.

Henrik Boldt wurde im März 2006 in den Kirchenvorstand gewählt. Eine gute und vorausschauende Wahl, denn schon im Herbst des Jahres machte sich der Kirchenvorstand Gedanken darüber, wie in Zeiten drastisch sinkender Zuweisungen der Landeskirche die Gebäude der Melanchthongemeinde erhalten werden könnten.

Henrik Boldt konnte den Kirchenvorstehern mit seiner großen Erfahrung und großen Geduld helfen, die notwendigen Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Der Kirchenvorstand beschloss damals, Gebäude zu verkaufen, um mit dem Erlös den Umbau der Kirche zu finanzieren.

Stühle warten auf Besucher

Mit Henrik Boldts tatkräftiger Unterstützung wurde ein Raumkonzept entwickelt und ein Architektenwettbewerb ausgerufen, zu dem fünf Architektenbüros eingeladen wurden. Das Architekturbüro dreibund aus Bochum gewann den Wettbewerb. Nach einigen Änderungen, die dem Brandschutz geschuldet waren, konnte der Umbau Anfang 2012 beginnen.

Für die KV Mitglieder war das eine aufregende Zeit, hatten die wenigsten doch vorher ein Projekt in dieser Größe so hautnah miterlebt. Henrik Boldt hat die Gespräche mit den Fachplanern geführt und dem KV geduldig erklärt, warum etwas zwar teuer, aber sinnvoll ist, was unbedingt gemacht werden muss, worauf man unter Umständen verzichten kann und, und, und. Gemeinsam haben wir „bemustert“: Lampen, Türgriffe, Lichtschalter, Wandfarben, Parkett, Wandputze…

In der sehr intensiven Zeit des Kirchenumbaus haben wir uns im Kirchenvorstand immer auf Henrik Boldt verlassen können, er hat sich um alle Details der Ausschreibung, Auftragsvergabe und Abrechnung gekümmert, hat zwischen Architekten, Fachplanern, Gewerken, Landeskirche (Amt für Bauund­Kunstpflege) und Stadtkirchenverband vermittelt.

Und das Ergebnis der Mühen kann sich sehen lassen: Die Kirche ist hell, freundlich und einladend. Ohne dabei wie ein Wohnzimmer zu wirken. Der sakrale Charakter des Raumes ist nicht verloren gegangen. Vielmehr kommen Details, wie zum Beispiel die Buntglasfenster, und das große Holzkreuz hinter dem Altar, viel besser zur Geltung.

Neben der Begleitung des Umbaus hat sich Henrik Boldt als Baubeaftragter um den Bauunterhalt der übrigen Gebäude der Gemeinde gekümmert.

Nun wird Henrik Boldt den Kirchenvorstand verlassen. Er hatte das schon vor längerer Zeit angekündigt, aber auch versprochen, noch die Sanierung der Kirchentüren zu begleiten. Auch dieses Projekt ist nun beendet, die Türen erstrahlen in neuem Glanz, die Kupferplatten­und Reliefs sind so schön wie zum Zeitpunkt des Einbaus.

Der Kirchenvorstand lässt Henrik Boldt nur ungern gehen, sein Sachverstand wird schwer zu ersetzen sein, und seine freundliche und sachliche Art wird uns in den KV Sitzungen und auch sonst sehr fehlen.

Die Mitglieder des KV bedanken sich für fast 15 Jahre engagierte, anregende und hilfreiche Mitarbeit im Kirchenvorstand der Melanchthongemeinde und wünschen Henrik Boldt für die Zukunft alles Gute.

KATRIN WIEDERSHEIM

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