„Jetzt hilft nur noch Beten!“

„Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr ́s empfanget.
So wird ́s euch zuteil werden“, spricht Jesus
Markus 11, Vers 24

„Jetzt hilft nur noch Beten!“

sagte ein Kapitän, der sein Schiff nicht mehr vor dem Sinken retten konnte.

„Not lehrt beten“ – so haben wir es vielleicht auch schon einmal von den Großeltern gehört, wenn sie uns von ihren Notzeiten im oder nach dem Krieg erzählt haben.

Und heute? Haben wir vielleicht verlernt zu beten, weil unsere Not ­ äußerlich betrachtet – gar nicht so groß ist oder wir sie lieber zu verstecken versuchen? Jesus ermutigt uns zum Beten, zum Gespräch mit Gott, der uns liebt. Er sagt uns:

– Bittet, das heißt: Sprecht aus was ihr braucht;
– Glaubt, das heißt: Vertraut darauf, dass Gott euch alles Gute geben wird;
– Empfangt, das heißt: Öffnet die Augen für das, was euch geschenkt wird.

„Aber hört Gott mich eigentlich?

Bei all den Menschen – wie soll er denn gerade mein Gebet hören? Außerdem trau ich mich gar nicht, denn ich weiß gar nicht wie über­ haupt“, fragte mich einmal ein Konfirmand. „Stell dir vielleicht einfach mal vor, dass Gott sozusagen wie ein Fernseher auf Stand­by steht. Grundsätzlich ist er immer auf Sen­dung, aber er springt nur wirklich an, wenn du auf den Knopf drückst und etwas sehen und hören willst“, so die Antwort des Pas­tors. Ja, Gott ist sozusagen auf Stand­by und springt auf jedes Gebetssignal von uns an.

„Aber hilft Beten überhaupt?“,

so die nächs­te Frage. „Klar, nicht jedes Gebet wird sofort erfüllt und oft verstehen wir nicht, warum viele schreckliche und tragische Dinge ge­schehen. Trotzdem ist Beten „not­wendig“: wir müssen uns einfach manche Dinge von der Seele reden, damit wir nicht daran ka­putt gehen.

Beten hilft, auch wenn es nicht immer die konkrete Situation verändert. Aber im Ge­spräch mit Gott bekommen wir im Reden und Aussprechen unserer Not und Bitten auf einmal neue Gedanken und eine neue Per­spektive geschenkt. Manchmal werden uns dadurch auch einfach die Augen für neue Möglichkeiten in unserem Leben geöffnet. Und dass wir von Gott gehört werden – das ist schon Erhörung unseres Gebetes, selbst wenn es uns nicht die Erfüllung in unserem Sinne gibt.“

Beten will gelernt sein!

Nicht auf besondere Worte oder Formeln kommt es an. Sondern einfach darauf, sich zu trauen, ein Gespräch mit Gott anzufangen.

Gott ist auf Stand­by

und wartet nur auf ein Signal von uns! „Gott, ich möchte“. Vertrauen Sie darauf – Gott hört Sie!

IHR PASTOR JENS SELIGER

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