Der erste Gottesdienst danach.

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Er fühlte sich schon eigenartig an, der erste Gottesdienst danach.

Bunte Striche am Eingang, als Hilfsmittel zur Abstandshaltung am Einlass.

Hände desinfizieren per Paste am Eingang.

Gottesdienstbesucher, alle mit Maske.

Durch den Mundschutz, gegen das Glockengeläut fast anschreiend, Name und Telefonnummer am Eingang nennen. Für den Fall der Fälle.

Die Stühle – ungewohnt und abstandswahrend weit auseinander stehend – auf gelben Markierungen am Boden. Als Ausgleich für die gewollte Platzverschwendung der geöffnete Glasraum. So passen noch ein paar zusätzliche Besucher in die Kirche

Mit Mundschutz sprechen – und wenn es nur ein paar Zeilen eines Psalms oder später das Vater unser ist – fällt schwer. Der trockene Atem reizt den Hals.

Gesungen und gespielt wurde von der Empore (herzlichen Dank an Theresa Kronauer (Gesang), Cornelius Hauschild (Violine) und Stefan Pasch an der Orgel). Ein wunderschöner Ersatz, denn trotz „Kantate“ durfte die Gemeinde nicht singen.

Eigentlich wäre heute Konfirmation gewesen; so konnten die Konfirmanden namentlich aber nur in das Gebet eingeschlossen werden.

Keine typische Kollekte mit Sammlung durch die Reihen; die für die Kirchenmusik bestimmte Kollekte nahm stumm ein Körbchen am Ausgang ein.

Es war ein kurzer Gottesdienst, denn jetzt gleich findet ein weiterer Gottesdienst statt – für weitere maximal 23 Personen.

Alles ungewohnt, alles sehr zurückhaltend, keine Gespräche. Die Gemeinde verlässt schweigend am Ende das Gotteshaus durch die beiden geöffneten Eingänge. Alles der Gesundheit der Nachbarn zu liebe.

Bei allem ungewohnten Eindrücken und Verhaltensweisen, der Gottesdienst war wie eine kleine, junge Pflanze, die auf vertrocknendem Boden aufkeimt. Ein Stück zurückgewonnene Normalität.

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