An Pfingsten kommt der Heilige Geist.

Pastorin Claudia Maier

Über den Heiligen Geist wurde in der Geschichte der Kirche viel nachgedacht. Martin Luther hat vor etwa 500 Jahren die Bibel vom Hebräischen und Griechischen ins Deut­sche übersetzt.

Das Wort, das er mit Heiliger Geist übersetzt hat, kommt vom hebräischen Wort Ruach. Und das kann viel bedeuten. Geist. Atem. Lebenskraft. Wind. Sturm.

Ganz am Anfang in der Bibel wird erzählt, dass Gott den Menschen schuf und ihm sei­nen Atem, seinen Ruach, in die Nase blies. Und so wurde der Mensch ein lebendiges Wesen. Jeder Mensch atmet. Das verbindet uns. Jeder Mensch hat Anteil am Geist Got­tes. Und vielleicht bedeutet deshalb Heiliger Geist, dass jeder Mensch heilig ist.

So wie er ist. Wunderbar geschaffen, begabt und beseelt mit dem Geist Gottes. Wir sind verbunden durch Ruach, mit allem, was lebt.

Heiliger Geist ist ein großes Wort. Aber At­men ist etwas Kleines. Wir tun es selbstver­ständlich und bemerken es kaum. Etwa 15 mal pro Minute ein und aus. Wenn wir es bewusst tun, ein­ und ausatmen, die Ruach, den Geist Gottes in dir, – du bist heilig und alles, was atmet auch, – verändert das die Welt.

Geist Gottes und Atem – dasselbe Wort.

Ich glaube, so ist es mit vielen Sachen im Glauben. Da geht es um große Themen, Sün­de, Vergebung, Segen, Auferstehung. Und die Bibel ist ein altes, dickes Buch, Kirchen sind große Gebäude und Gottesdienste für viele nicht mehr ohne Weiteres zu verstehen. In Gesprächen höre ich oft den Sätze wie diese: Ich weiß gar nicht, ob ich so richtig glaube. So wie die anderen. Ich glaube an Gott, das ja. Aber ist das genug, wie ich das glaube? Ich weiß nicht. So oder so ähnlich haben es auch manche der Konfirmandinnen und Konfirmanden gesagt, die im Mai kon­firmiert wurden.

Ich glaube:

Es sind die kleinen Dinge. Es ist wie atmen.

Gottesdienst:

Willkommen heißen, lesen, hören, sprechen, singen.

Vergebung:

Ein Stück Brot teilen, sich die Hand reichen, einander ansehen.

Segen:

Jemandem über den Kopf streichen, ihm oder ihr wünschen, dass Gott da ist.

Den Konfirmierten wünsche ich, dass diese Gemeinde ein Ort ist, an dem sie Menschen treffen, die mit ihnen teilen, die hellen Tage und die dunklen. Ein Ort, an dem ihnen auch das Unsichtbare begegnet. Und die vielen kleinen Dinge, in denen Menschen ihren Glauben leben.

Ihre Pastorin Claudia Maier

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