Karfreitag – Melanchthon Online | 10.4.2020

Karfreitag-Gottesdienst in Melanchthon von und mit Pastor Sven Waske.

 

Liturgie zum Download

Karfreitag ist dieses Jahr anders.

Die Melanchthon-Kirche auf der Bult ohne Gottesdienst-Gemeinde.

2020 ist das Jahr der Corona-Pandemie, nicht nur in Hannover.

Der Weg durch die Karwoche ins Osterfest hinein ist anders.

Wenn an Karfreitag die Glocken langsam verklingen und die Orgel schweigt,
dann ist aber auch in diesem Jahr die Zeit zum Erinnern.

Erinnern an Jesu Leiden und Sterben.

Das können wir auch in diesem Jahr.

Die Sieben letzten Worte Jesu am Kreuz haben für unsere Mütter und Väter im Glauben seit vielen Generationen. Heinrich Schütz und Paul Gerhardt wurden von Ihnen genauso inspiriert wie Ruth Zechlin oder Andrew Lloyd Webber.

Sieben Worte – überliefert von den Evangelisten im Neuen Testament der Bibel.

Sieben Worte, die deutlich machen,
woran Jesus von Nazareth in der schwersten Krise seines Lebens verzweifelte.

Sieben Worte, die deutlich machen,
was Jesus von Nazareth in der schwersten Krise seines Lebens Hoffnung gab.

Eine Andacht zur Todesstunde Jesu können Sie am Karfreitag auch zuhause feiern – mit den Gebeten Jesu und den Sieben Worten Jesu am Kreuz, die sie sich gegenseitig vorlesen. Wer mag, zündet eine Kerze an und singt gemeinsam. Folgende Lieder passen zum Karfreitag:

  • Evangelisches Gesangbuch 85: O Haupt voll Blut und Wunden (Musik und Text online)
  • Evangelisches Gesangbuch 97: Holz auf Jesu Schulter (Musik und Text online )
  • Evangelisches Gesangbuch 98: Korn das in die Erde (Musik und Text online )
  • Das Vorlesen der Texte teilen Sie am besten vorher untereinander auf. Oder sie hören die biblischen Lesungen online unter www.melanchthon-hannover.de

Dort finden Sie auch die Links zu den Liedern.

Andacht zur Todesstunde Jesu

Eine/Einer:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Alle:
Amen.

Eine/Einer:
Lasst uns beten mit Worten des Psalms, den Jesus am Kreuz gebetet hat:

(Im Wechsel z. B. zwischen Frauen- und Männer-Stimmen oder eine nach dem anderen:)

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,
und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

Aber du bist heilig,
der du thronst über den Lobgesängen Israels.

Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe;
denn es ist hier kein Helfer.

Ich bin ausgeschüttet wie Wasser,
alle meine Gebeine haben sich zertrennt;
mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.

Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe,
und meine Zunge klebt mir am Gaumen,
und du legst mich in des Todes Staub.

Sie teilen meine Kleider unter sich
und werfen das Los um mein Gewand.

Aber du, HERR, sei nicht ferne;
meine Stärke, eile, mir zu helfen!

(Lied singen oder hören)

Erstes Wort – Evangelium nach Lukas 23,23-34a

Es wurden aber auch andere hingeführt, zwei Übeltäter, dass sie mit ihm hingerichtet würden. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!

Zweites Wort – Evangelium nach Johannes 19,25-27

Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Drittes Wort – Evangelium nach Lukas 23,39-43

Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns! Da antwortete der andere, wies ihn zurecht und sprach: Fürchtest du nicht einmal Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Viertes Wort – Evangelium nach Markus 15,33-34

Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 34 Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Fünftes Wort – Evangelium nach Johannes 19,28-29

Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund.

Sechstes Wort – Evangelium nach Johannes 19,30

Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.

Siebtes Wort – Evangelium nach Lukas 23,46

Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.

(Wenn Sie eine Kerze angezündet haben, pusten Sie diese nun aus.)
(Lied singen oder hören)

Eine/Einer:
Lasst uns gemeinsam beten, wie es uns Jesus beigebracht hat:

Alle:
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Eine/Einer:
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.

Alle:
Amen.

(Die Texte entstammen: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.)

Die Sieben letzten Worte Jesu am Kreuz sind u. a. von Heinrich Schütz vertont worden. Eine Aufführung des Werks gibt es z. B. bei Youtube.