Unser offener Bücherschrank

An einem Sonnabend im August hatte ich nach meinem Bau­ernmarkt-­Besuch be­merkt, dass der Bü­cherschrank wieder einmal übervoll war; auf jeder Buchreihe lagen zahlreiche wei­tere Bücher.

Also fuhr ich nachmittags zum Kirchplatz. Gleichzeitig hielt ein Ehepaar mit dem Auto an. Der Mann packte zahlreiche Bücher in ei­ne Tasche. Auf dem Weg zum Schrank sprach ich ihn höflich an, um auf die Bücher­-Fülle hinzuweisen.

Ich kam nicht weit, er unter­brach mich barsch mit den Worten „ich brauche Ihre Ratschläge nicht“ und stopfte seine Bücher in den Schrank.

Da in unserem Stadtteil in den letzten Jah­ren viele Neubürger gezogen sind, möchte ich die oben geschilderte Begebenheit zum Anlass nehmen, Ihnen kurz die

Historie un­seres Bücherschrankes

zu schildern:

Als ich 2005 das Diakonische Gütesiegel für die Melanchthon­-Gemeinde in der Neustäd­ter Hof­ und Stadtkirche entgegennehmen durfte, sah ich zum ersten Mal auf dem Neu­städter Markt in der Calenberger Neustadt einen offenen Bücherschrank.

Ich recherchierte und erfuhr unter anderem, dass die Idee dazu aus Bonn stammt. Offener Bücherschrank wird so definiert: Immer ge­ öffnet, den ganzen Tag, bei jedem Wetter, ohne Ausweis, kostenlos, für Große und Kleine.

Und so funktioniert er:

Bücher machen Freude! Bücher sind Freunde!Bücher zur Hand nehmen, an Ort und Stelle lesen oder zu Hause, keine Ausleihfristen, zurückbringen oder behalten, ein anderes einstellen. Alles ist möglich.

Das Procedere bedeutet viel Aufwand bis zur Aufstellung (u.a. Amt für Kulturarbeit der LH Hannover, Bezirksrat, Geldbeschaffung = Klinkenputzen, Werkstatt­Treff Mecklenhei­ de e.V., in dem Langzeitarbeitslose diese wunderbaren Schränke bauen, inzwischen 36 im Stadtgebiet Hannover), möchte ich Sie nicht langweilen.

Am 24. Oktober 2009 war dann endlich auf dem Kirchplatz die feierliche Einweihung unseres Bücherschrankes. Seit dieser Zeit, während des Umbaus unserer Kirche stand er vor dem damaligen Gemeindehaus, haben Mitstreiter und ich als Patin dafür Sorge ge­ tragen, dass notwendige kleine Reparaturen vom Werkstatt-­Treff erledigt, dass die Aus­senwände nicht durch Werbung verunstaltet, dass Schund­-Literatur, zerfledderte Bücher, Lexika und Reiseführer aus dem vorigen Jahrhundert usw. aussortiert werden.

Meine Bitte

Benutzen Sie b i t t e unseren Bücher­schrank nicht als blaue Tonne oder blauen Sack! Dafür danke ich Ihnen im Namen der großen Lesergemeinde und im Namen unse­res Bücherschrankes…

Ihre Uschi Fischer

Posted in Lebendige Gemeinde

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